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Spandau – Teil von Berlin außerhalb der Großstadt

Wenn von Spandau die Rede ist, so ist im engeren Sinne der Ortsteil Spandau nordwestlich von Westend gemeint. Im weiteren Sinne bezeichnet der Name den Bezirk Spandau mit den zusätzlichen Ortsteilen Hakenfelde, Haselhorst, Siemensstadt, Staaken, Falkenhagener Feld, Wilhelmstadt, Gatow und Kladow.

Militärische Vergangenheit

Entwicklungskern des späteren Spandaus ist die 1594 errichtete Zitadelle Spandau. Sie dominiert noch heute den Ortskern und gehört dort zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Ortsteils. Während der Napoleonischen Kriege war die Zitadelle hart umkämpft. Hier lagerten später auch die Unmengen an Gold, die Deutschland 1871 nach dem Deutsch-Französischen Krieg als Kontribution bekommen hatte. Anschließend erlangte Spandau vor allem Berühmtheit als Standort der preußischen Rüstungsindustrie. Die Nähe zur Havel prädestinierte den Stadtteil für den Wassertransport. Schon 1722 war in Spandau auf Geheiß des preußischen Königs eine Gewehrfabrik gegründet worden. Um 1900 siedelten sich hier Munitionsfabriken an, während des Ersten Weltkrieges lief die Munitionsherstellung auf Hochtouren. Das gefürchtete Maschinengewehr 08/15 wurde hier gebaut. Auch heute noch kann man dem Bezirk seine militärische Vergangenheit aufgrund der typischen preußischen Architektur ansehen.

Spandau nach der Wende ohne Orientierung

Nach dem Ende des Deutschen Reiches verlor Spandau als Industriestandort mehr und mehr an Bedeutung. Während der deutschen Teilung gab es hier große Lager für die Stadtversorgung und die Briten hatten sich eingerichtet. Mit dem Mauerfall zog daher zunächst gähnende Leere in Spandau ein. Die alten Industriegelände verwahrlosten, Vandalismus war an der Tagesordnung. Ein Bebauungsplan der Stadtverwaltung sah vor, hier mehrere tausend Wohnungen zu schaffen. Aufgrund mangelnder Nachfrage verlief dieses Vorhaben aber nach der Jahrtausendwende im Sande.

Spandau heute

In den letzten Jahren ist Spandau wieder zu einem belebten Viertel Berlins geworden. Dazu trägt auch die Nähe zur Havel bei, die heute vor allem Erholungszwecken dient. Nachdem das Wohnen am Wasser wieder groß in Mode gekommen ist, wird Spandau für Immobilienfirmen immer interessanter. Auf der Insel Eiswerder sind in den Gebäuden einer alten preußischen Fabrik zum Beispiel neue Wohnungen entstanden, die gekonnt das Alte mit dem Modernen verbinden. Auf der Insel Gartenfeld, direkt am Hohenzollernkanal, soll demnächst eine ganze Siedlung mitsamt Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten entstehen, wo früher sich früher ein großes Gewerbegebiet befand.

Wohnen in Berlin mit Kleinstadt-Feeling

Spandau profitiert dabei auch von den typischen Vorteilen einer Vorortlage. Hier ist es ruhig und idyllisch, mit Zug und S-Bahn ist man allerdings in wenigen Minuten in Berlin. Daran orientieren sich auch die Pläne der Architekten. Wer in Spandau lebt, der möchte sich nicht in enge Reihenhäuser zwängen. Grünflächen, Frischluft und Ellenbogenfreiheit diktieren hier die Stadtentwicklung. Havelblick, am besten noch mit Balkon, steht ganz oben auf der Wunschliste vieler Interessenten. Spandau spricht auch sportliche Naturen an. Hier lässt es sich ausgezeichnet Joggen, Schwimmen oder Radfahren. In der Berliner Mitte sind solche Freizeitaktivitäten kaum ohne Stress denkbar.

Immobilienpreise noch niedrig

Dabei gehören die Immobilienpreise in Spandau (noch) zu den niedrigsten in ganz Berlin. Mit durchschnittlich 1600 Euro pro Quadratmeter sind Wohnungen hier beinahe nur halb so teuer wie in den zentrumsnahen Bezirken. Allerdings ist zu erwarten, dass mit steigendem Bedarf auch hier die Preise weiter steigen werden. Wer in Berlin eine preiswerte Immobilie in ruhiger Umgebung und dennoch mit guter Anbindung sucht, der sollte Spandau unbedingt in die Suche mit einbeziehen.